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Gesund reisen: Reisekrankheiten, Reiseimpfungen und Reiseapotheke

Endlich Urlaub, endlich weg! So denken die meisten, wenn die schönste Zeit des Jahres ansteht. Klar, dass man sich da ungern Gedanken über Krankheiten, Impfungen und Medikamente macht. So lange Sie auch „nur“ in Deutschland oder Europa unterwegs sind, müssen Sie sich darum keine großen Sorgen machen. Aber an vielen Reisezielen rund um den Globus herrschen eben ganz andere Bedingungen. Damit die wenigen Tage im lang ersehnten Urlaubsland wirklich erholsam sind, sollten Sie sich deshalb im Vorfeld ein wenig Zeit nehmen und sich über mögliche Reisekrankheiten und ihre Vorsorge informieren.

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Über Reisekrankheiten informieren

Man muss ja nicht immer gleich vom schlimmsten, wie zum Beispiel Malaria ausgehen. Schon in beliebten Reiseländern wie Ägypten oder der Türkei bekommen es viele Europäer mit Durchfall zu tun. Grund sind Bakterien im Leitungswasser, die unser Körper nicht verträgt. Deshalb sollte man gerade bei einem empfindlichen Magen auf Getränke mit Eiswürfeln oder Salat verzichten und lieber zu durchgegarten Gerichten greifen. Denn jedes Obst und Gemüse wird nun mal mit dem Leitungswasser vor Ort gereinigt.

So lästig und unangenehm Durchfall auch ist, in manchen Ländern ist er noch das geringste Problem. Vor allem wen es an exotische Reiseziele wie zum Beispiel nach Afrika zieht, der sollte sich Vorfeld genau über mögliche Krankheiten und ihren Vorsorgeschutz informieren. Am besten geht das auf der Webseite des Auswärtigen Amts, wo es für wirklich jedes Land der Erde ausführliche Länderinformationen gibt. Die medizinischen Hinweise enthalten auch Informationen zur medizinischen Infrastruktur und Versorgung vor Ort. Denn schließlich sind Krankenhäuser nicht immer auf dem gleichen Niveau wie in Deutschland. Und auch einen flächendeckenden Rettungsdienst hat längst nicht jedes Land.

Tipp: Krisenvorsorgeliste „Elefand“

Das Auswärtige Amt unterhält eine sogenannte Krisenvorsorgeliste, in die sich jeder deutsche Staatsbürger eintragen kann, wenn er im Ausland unterwegs ist – egal ob aus beruflichen oder privaten Gründen. Die Behörden wissen dann im Krisenfall Bescheid, welche Bundesbürger sich in einem betroffenen Land oder einer betroffenen Region aufhalten und können diese zeitnah kontaktieren. Die Krisenvorsorgeliste „Elefand“ spielt natürlich gerade in Terrorzeiten eine wichtige Rolle. Die Eintragung ist zwar freiwillig, aber bei vielen Zielen außerhalb Europas durchaus sinnvoll. Übrigens schadet es sich auch nie die Adresse und Telefonnummer der nächstgelegenen Botschaft oder des nächstliegenden Konsulats aufzuschreiben oder gleich im Handy zu speichern.

Eine weitere wertvolle Informationsquelle ist das Centrum für Reisemedizin. Auch hier gibt es medizinische Informationen zu jedem Land, aber beispielsweise auch eine Auflistung aller typischen Reisekrankheiten samt Symptomen und Schutzvorkehrungen.

Vorsorge durch Reiseimpfungen

Wer weiß, welche Krankheitsgefahren im Urlaubsland lauern, der kann sich meist durch eine Reiseimpfung Vorsorge betreiben. Zunächst einmal gilt, dass jeder Reisende unabhängig seines Reiseziels über alle auch in Deutschland empfohlenen Impfungen verfügen sollte. Die meisten dieser Impfungen müssen nach zehn Jahren aufgefrischt werden. Darüber hinaus sind je nach Ziel weitere Impfungen ratsam. Da einige eine längere Wirkungszeit benötigen, sollte man sich spätestens sechs Wochen vor Reiseantritt damit auseinandersetzen.

Manchmal ist sogar bei Reisen innerhalb Deutschlands eine Impfung sinnvoll, zum Beispiel wenn es zum Wandern in den Süden geht, wo es viele Zecken gibt. Schon in den Mittelmeerländern wie Italien ist das Risiko, durch verunreinigte Nahrungsmittel an Gelbsucht zu erkranken, achtmal höher als hierzulande. In der Türkei sogar schon 50mal so hoch. Deshalb sollten Sie sich in jedem Fall gegen Hepatitis A impfen lassen. Das ist sogar noch kurz vor der Reise möglich. In ländlichen Regionen der Türkei ist auch Typhus von Vorteil. Wer nach Ost- und Südeuropa reist sollte zudem über eine Tollwut-Impfung nachdenken, weil es hier viele streunende Tiere gibt und die Krankheit tödlich verläuft.

Am wichtigsten sind Reiseimpfungen bei Fernreisen. Wen es nach Asien, Afrika oder Lateinamerika zieht, der sollte sich grundsätzlich gegen Hepatitis A und ggf. auch gegen Polio und Typhus impfen lassen. Tollwut ist immer dann von Vorteil, wenn man nicht nur 14 Tage am Hotelpool verbringt, sondern Land und Leute zum Beispiel mit einem Mietwagen erkundet. Fällt der Aufenthalt länger aus, wird auch Hepatitis B empfohlen. In weiten Teilen Afrikas und Lateinamerikas wird Gelbfieber von Mücken übertragen, auch hiergegen kann man sich impfen lassen.

Mittlerweile sind in Deutschland auch Impfungen gegen die Japanische Enzephalitis zugelassen. Wer in ländliche Regionen Süd- und Südost-Asiens reist, sollte dies in Anspruch nehmen. Auch eine Cholera-Schluckimpfung ist für diese Regionen und Afrika empfehlenswert. International wichtig ist weiterhin der Schutz gegen Meningokokken.

Zugegeben, das sind ganz schön viele Impfungen, die in den letzten Abschnitten genannt wurden. Nicht jeder braucht alles. Es hängt immer vom Land und der Region ab. Beratung leisten die Ärzte und Apotheker. Je spezieller es jedoch wird, desto weniger können sie weiterhelfen. Dann ist das Centrum für Reisemedizin die beste Anlaufstelle. Oder man sucht einen speziellen Reisemediziner auf.
Gut zu wissen

Da Reisen in der Regel Privatvergnügen ist, müssen Reiseimpfungen meist selbst bezahlt werden. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen nur die in Deutschland geltenden Standardimpfungen gegen Tetanus und Diphtherie zahlen. Ob sie Reiseimpfungen übernehmen ist ihnen freigestellt. Viele zahlen aber zumindest einen Anteil um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Gerade bei gängigen Impfungen wie Hepatitis A. Die Erstattung erfolgt meist, nachdem man die Rechnung des Arztes eingereicht hat. Wer aus beruflichen Gründen verreisen muss, der kann sich die Kosten vom Arbeitgeber wiederholen.

Reiseapotheke für kleine Wehwehchen

Für Blessuren und kleine Wehwehchen ist immer noch die Reiseapotheke das Mittel der Wahl. Manche kümmern sich gar nicht darum, andere würden niemals ohne verreisen. Fakt ist: Eine kleine Reiseapotheke hat noch nie geschadet, man sollte es aber auch nicht übertreiben. Wer keine Lust hat sich diese selbst zusammen zu stellen, der erhält in den meisten Apotheken fix und fertige Reiseapotheken zum Kauf angeboten – gerade in der Urlaubszeit. Wer diese lieber selbst packt, der sollte an Mittel zur Behandlung folgender Krankheiten und Verletzungen denken:

  • Durchfall
  • Fieber und Schmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen (Reisekrankheit)
  • Magenbeschwerden
  • Verstopfung
  • Erkältung (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen)
  • Allergische Hautreaktionen
  • Wunden (Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial)
  • Verstauchungen und Verletzungen

Was bei der Reiseapotheke häufig vergessen wird sind die eigentlich selbstverständlichen Dinge wie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Denn kaum ein Urlauber erkrankt letztlich wirklich kritisch, aber fast jeder zweite fängt sich einen bösen Sonnenbrand ein. Die Reiseapotheke sollte deshalb ebenfalls folgende Dinge umfassen:

  • Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen müssen
  • Sonnenschutz
  • Insektenschutz
  • Augen- und Ohrentropfen
  • Fieberthermometer
  • Kleine Schere
  • Pinzette (für Splitter und Zecken)
  • Einmalhandschuhe
  • Verhütungsmittel wie Kondome

Wichtig: Medikamente im Handgepäck aufbewahren

Chronisch Kranke sollten ihre Medikamente nicht im Koffer verstauen, der am Flughafen aufgegeben wird. Geht der Koffer nämlich verloren, so sind auch die ggf. lebensnotwendigen Medikamente weg. Nicht immer lässt sich schnell Ersatz beschaffen, weil es nicht jedes Medikament in jedem Land und vor allem in der notwendigen Dosis gibt. Deshalb gehören solche Medikamente immer ins Handgepäck. Das gilt natürlich ganz besonders für Dinge wie Asthmaspray, das man ja auch mal während des Flugs brauchen könnte.

Abschlusstipp: Auslandsreisekrankenversicherung abschließen

Mit Versicherungen ist das ja immer so eine Sache, besonders mit Reiseversicherungen. Um ehrlich zu sein: die meisten sind Geldschneiderei. Eine Reisegepäckversicherung bringt zum Beispiel so gut wie nie etwas. Mit einer großen Ausnahme: der Auslandsreisekrankenversicherung. Sie wird sogar dann empfohlen, wenn EU-Bürger ins EU-Ausland reisen, wo sie eigentlich schon mit der europäischen Versichertenkarte abgesichert sind. Doch die Reisekrankenversicherung gewährleistet international eine Übernahme der Behandlungs- und Arzneikosten bei unerwarteten Erkrankungen und Verletzungen. Das führt sogar so weit, dass sie für den Krankrenrücktransport und wenn notwendig auch die Überführung im Todesfall aufkommt.

Wer jetzt denkt, so eine Zusatzversicherung muss doch ein Vermögen kosten, der irrt. Schon für unter zehn Euro im Jahr gibt es einen ausgezeichneten Versicherungsschutz. Selbst Familien zahlen selten mehr als 20 Euro. Erst ab einem bestimmten Alter wird es etwas teurer, aber alles noch im erträglichen Rahmen.

Bitte beachten: Die Auslandsreisekrankenversicherung zahlt nur bei unerwartet auftretenden Krankheiten und Verletzungen, die vor Abschluss der Versicherung noch nicht bekannt waren. Außerdem gilt die Standardversicherung meist nur für Reisen von maximal 45 Tagen am Stück. Wer längere Auslandsaufenthalte plant, der muss eine Versicherung für Langzeitreisende abschließen.

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